APD/R am 08.11.2014 in Erfurt

Es muss Mensch und Tier Spass machen! Erst hielt ich es für zu früh, doch dann sagte ich zu, mit einem so jungen Hund, 15 Monate, an der Dummyprüfung A teilzunehmen. Die Erfahrung, die der Hund mitnehmen würde und das gemeinsame Erlebnis im Kreis der Freunde aus der eigenen Ortsgruppe waren die Beweggründe dafür. Mit der Begeisterung, wie schnell unser Hund lernt, wurde ich je näher der Termin rückte, immer sicherer, dass es eine gute Entscheidung war. Zielgerichtet übten wir an der deutlichsten Schwachstelle, dem bei-Fuß-Sitzen/Setzen unter Ablenkung und dem Ausgeben. Wenn Ihr wüsstet, wie schwer das ist, bei diesem Temperament! Prompt klappte ersteres auch in der Prüfung nicht wie gewollt. Es kostete uns den einzigen Punkt.

Bei guter Organisation und sonnigem Wetter hatten wir beste Voraussetzungen. Wir trafen uns am frühen Nachmittag – als die Sonne am höchsten stand - auf dem Truppenübungsgelände der Bundeswehr in Erfurt. Toll ist das Gelände und so vielseitig: Hügellandschaft, Bodenwälle, weite Wiesen, ganz wechselnder Bewuchs, Wasserlöcher und Tümpel. So hat jede Aufgabe etwas Spannendes und man kann als Hundeführer nie ganz sicher sein, wie und was der Hund im Gelände wahrnimmt.

Nach der Begrüßung durch H.-J. Hahn, unserem erfahrenen Richter, der aus Berlin angereist war, und ein paar Worten zum Ablauf und zur Aufmunterung begannen wir guten Mutes die erste Aufgabe.

Es war die Verlorensuche mit 4 Dummys in einem Tannenwäldchen mit hohem trockenem Gras. Die Aufgabe wurde von den ersten Hunden zügig bewältigt. Doch nicht alle Hunde hatten das Glück auf Ihrer Seite. Schnell zeigten sich dann die Charaktere und Vorlieben der Hunde.

Die Einzelmarkierung verlief bei unserem Team punktgenau und ohne langes Suchen. Unsere Schwierigkeit lag im Apell, und genau darin, direkt neben Frauchen zu sitzen, währen die Markierung fällt. Bei einer so kombinierten Aufgabe zeigt sich gut die Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer. Die Einzelmarkierung im Wasser war klasse, endlich Wasser und sogar ein paar Meter schwimmen können. Schnell zurückkommen und ohne Schütteln das Dummy ausgeben, waren auch unsere Ziele.

Pünktlich zum Ende der letzten Aufgabe wurde uns ein schöner Sonnenuntergang zwischen phantasievollen Wolkengebilden geboten. Es war ein sehr schöner Nachmittag. Für alles war gesorgt: ein gut organisierter, reibungsloser Ablauf (dank unserer Sonderleiterin Ines Möbius), gut geworfenen Dummys (dank Sabine Kretzschmar), jegliche weitere Helfer-Unterstützung (dank Pia Liebold), professionelle Erinnerungs- und Portraitfotos (dank Sigrid Starick) und sogar heißen Ingwertee aus der Gruppe, mit dem die Kälte erträglich wurde. Im Suchenlokal am Bismarckturm fand der gemeinsame Nachmittag mit der Auswertung und einem gemeinsamen Abendessen seinen Abschluss.

Für nicht alle Teams war das Ergebnis erfolgreich. Trotzdem alle Achtung an alle Starter! Beeindruckend ist, an solchen Tagen zu sehen, welche Leistung, Ideenreichtum und Geduld es erfordert, die Hunde ganz unterschiedlicher Charaktere zu bewegen, Aufgaben und Teilaufgaben zu lösen.

Jeder Hundeführer setzt sich für sich selbst kleine und große Ziele. Durch welche Schritte erreichen wir sie? Wie oft analysiert man Handlungen und Reaktionen und überlegt und probiert kleine Schritte zum Ziel. Das ist das Spannende und es wird unter Prüfungsbedingungen noch deutlicher als beim Training.

Die an solchen Tagen auch aus dem Zuschauen der Hunde und dem Austausch mit anderen Hundeführern gewonnene Erfahrung bereichern mich und sie kommen mit den Erlebnissen dieses Tages immer wieder in Erinnerung.

Kerstin Nauber

 

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